Wer diesen Blog oder meinen anderen Blog HSV-Arena.com einigermaßen regelmäßig liest, weiß um die Tragödie, die sich hier bei mir in einer der schönsten Gegenden, die ich je besucht habe, abgespielt hat. Die „Otway Complex Fires“ haben im Januar und Februar 2026 ca. 10.000 Hektar verbrannt, mehr als 16 Häuser zerstört und ich kann nur immer wieder den Firies in meiner Gegend danken, dass unsere Häuser noch stehen. Auf meinem eigenen Grundstück wurden ca. 2.000 – 3.000 qm zerstört und inzwischen von den örtlichen Behörden wieder restauriert, so gut es eben geht, aber verbrannte Bäume sind verbrannte Bäume. Nach mehreren Regenfällen in den letzten Wochen sieht man, wie die Natur zurückkehrt, die Farne wachsen zuerst, der Rest wird folgen, aber es wird einige Jahre dauern, bis es wieder ansatzweise so aussieht wie zuvor. Mit meinem Chandu habe ich ca. 10 verschiedene Tracks, auf denen wir wandern, mindestens 7 davon waren und sind immer noch gesperrt. Wir haben seit knapp 3 1/2 Jahren einen Lieblingsweg, die Sandstraße heißt Rifle Range Track und er kann dort ohne Leine herumlaufen, weil dort bestenfalls alle Jubeljahre mal ein Forrest Ranger mit einem Auto kommt. Diesen Weg konnten wir seit Ausbruch der Feuer nicht mehr gehen, vor zwei Wochen nun ging es das erste Mal wieder, aber aus einer grünen Regenwald-Landschaft ist ein Gebiet geworden, das aussieht wie nach einem Atomschlag.
Zu meinem großen Glück habe ich bisher kein totes oder verbranntes Tier sehen müssen, sodass die Hoffnung lebt, dass die meisten Tiere rechtzeitig vor den Feuern fliehen konnten, aber die armen Viecher sind natürlich mindestes so traumatisiert wie wir. Gestern traf ich in Colac meine Freundin Carola, sie ist die Besitzerin des Carlisle River Wildlife Shelters, das ist das Gehege,in welchem Klein-Tilly als Pinkie (ein Baby-Wallaby ohne Fell) aufgezogen und zurück in die Wildnis gebracht wurde. Carola erzählte mir, dass ihr Haus in Carlisle River wie durch ein Wunder von den Feuerwehrleuten gerettet werden konnte, aber alles herum ist zerstört. Der Wald, die Gehege, es ist nichts mehr da. Carola (sie stammt aus Deutschland) erzählte mir vor den Feuern, dass sie beabsichtigen würde, das Shelter aufzugeben. Es ist extrem viel Arbeit, teilweise muss man die kleinen Weisen auch Nachts füttern und sie wollte sich den Traum von Reisen zum Uluru und nach Neuseeland erfüllen. Aber – die Feuer haben sie umdenken lassen, sie wird ihr Gehege, das zu 100% privat finanziert wird und das keinerlei staatliche Unterstützung erhält, weiterführen. „Ich kann doch jetzt nicht, nach all den Jahren, aufgeben und die armen Tiere sich selbst überlassen. Was für ein Mensch wäre ich, wenn ich meine Träume erfülle, aber dafür arme, hilfebedürftige Tiere sterben müssten“.
Wie gesagt: All das, was sie dort in Carlisle River veranstalten, bezahlen Carola und ihr Mann Ron aus eigener Tasche. Jedes Milchpulver, jedes Gehege, alles wird privat finanziert und zur Zeit brauchen die Otways mehr Menschen von Carolas Schlag als weniger. Ich möchte mich daher erneut mit einem Spendenaufruf an euch wenden, nicht für mich, sondern für die wundervollen Tiere in meiner neuen Heimat. Carola und Ron kümmern sich um Kängurus, Wallabies, Possums, diverse Vögel und Koalas, ganz allein und freiwillig. Wenn ihr der Meinung seid, dass eine solche Arbeit unterstützt werden sollte, bitte schlagt zu.
Vielen Dank!